Simon Schubert
Schattenreich

ohne Titel (Berlin Stadtschloss Große Treppe)
Simon Schubert
ohne Titel (Berlin Stadtschloss Große Treppe)
2010
Papier gefaltet
100 x 75 cm
Rene S. Spiegelberger Stiftung, Hamburg; © Simon Schubert
Simon Schubert
Plan
2019
C-Print
Maße variabel
Courtesy der K√ľnstler; ¬© Simon Schubert



ohne Titel (Licht in Treppenhaus)
Simon Schubert
ohne Titel (Licht in Treppenhaus)
2016
Grafit auf Papier
150 x 100 cm
Privatsammlung Urban; © Simon Schubert

12. Oktober 2019 - 17. Mai 2020

Simon Schubert arbeitet seit l√§ngerem an einem immer weiterwachsenden, fiktiven Geb√§ude. Mit jeder Ausstellung wuchert dieser Architekturkomplex und entfaltet sich monadenartig: aus dem zweidimensionalen Papier √ľber die Illusion von Dreidimensionalit√§t bis in den tats√§chlichen Raum. So ist jedes der Bilder von Simon Schubert (geboren 1976 in K√∂ln, lebt in und arbeitet in K√∂ln), jede seiner virtuos gefertigten Papierfaltungen, jede seiner Grafit-Zeichnungen als ein Blick in diesen Bau zu sehen, und jede von ihm eingerichtete Rauminstallation ist ein tats√§chlich begehbarer Teil dieses Geb√§udes, jedes skulpturale Objekt Einrichtungsgegenstand und Bestandteil des Interieurs.

Licht und Schatten
bringen an den reliefartigen Faltzeichnungen erst das jeweilige Bild zum Vorschein. Im richtigen Licht erschlie√üen die gefalteten Oberfl√§chen die Tiefen einer imagin√§ren Architektur, in die der Betrachter sich begibt. Im Zwielicht l√∂sen sich diese fl√ľchtigen Bilder aber wieder auf. W√§hrend die lichten Raumsequenzen mit ihren (neo)barocken Vert√§felungen, Zierleisten, Fenster- und T√ľrdurchblicken, verwinkelten Fluren und Treppen an die atmosph√§rischen Interieurs des d√§nischen Malers Vilhelm Hammersh√łi erinnern, lassen Schuberts d√ľstere Grafitzeichnungen und manche gesichtslose Skulptur an filmische Szenen von David Lynch denken.  

Der Ausstellungsbesucher betritt in der Grafiketage von Museum Morsbroich eine Parallelwelt mit wei√üen W√§nden aus gefaltetem Papier, mit doppelten B√∂den, perspektivisch verzerrten oder optisch erweiterten R√§umen. In suggestiven Rauminszenierungen entfaltet sich eine faszinierende und zugleich unheimliche Welt. Einladend ragt der T√ľrgriff eines f√ľr die Ausstellung entwickelten Hologramms in den Betrachterraum, im Boden scheint sich eine Art Kaninchenloch zu √∂ffnen. Wie Alice im Wunderland begegnet der Besucher ‚Äď ist er erst einmal eingetreten ‚Äď r√§tselhaften Wesen, den teils gespenstisch wirkenden Bewohnern. Er durchschreitet T√ľren und Passagen in neue R√§ume. Zudem er√∂ffnen sich mannigfaltige Perspektiven in Spiegelr√§ume oder Blicke durch T√ľrspione hindurch in verborgene, unzug√§ngliche Bereiche. Der Weg ins Innere dieses Geb√§udes f√ľhrt auf Traumbilder und in surreale Situationen, in denen sich auch die R√§ume unseres Unterbewussten erschlie√üen.

Kurator der in enger Zusammenarbeit mit dem K√ľnstler entwickelten Ausstellung ist Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung.

Edition
Zur Ausstellung gestaltet der K√ľnstler eine au√üergew√∂hnliche, vom Museumsverein Morsbroich e.V. aufgelegte Edition in Form zweier Hologramme.
Kontakt, weitere Informationen und Vorbestellungen: claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de

Katalog
Im Verlag f√ľr moderne Kunst ist ein Katalog in Form eines K√ľnstlerbuches erschienen. In Format und Gewicht einem Ziegel vergleichbar, k√∂nnte das Buch ein Baustein jenes fiktiven Geb√§udes sein, in das Schubert den Leser f√ľhrt. Orientierung verschaffen zwei wissenschaftliche Essays von Amely Deiss und Fritz Emslander, die Simon Schuberts vielf√§ltiges, medien√ľbergreifendes und sehr suggestives Ňíuvre erschlie√üen (Deutsch/Englisch, Softcover, 24 x 16 cm, 448 Seiten, √ľber 250 Farbabb.; ‚ā¨ 28,-).

Gefördert durch





Abb. Hompage:
Simon Schubert, Jenseits von Ideen, 2016, Installationsansicht Galerie Wagner und Partner,
Foto: Falk BuchroŐąder; ¬© Simon Schubert