Hans Op de Beeck
The Silent Castle

12. Februar – 30. April 2017
1
2
3

Der belgische Künstler Hans Op de Beeck (geboren 1969 in Turnhout, lebt in Brüssel) arbeitet in fast allen künstlerischen Medien. Ob in seinen Skulpturen und Raum greifenden Installationen, in seinen Gemälden, den großformatigen Aquarellen und Zeichnungen oder in Animationen und Videos: Souverän bedient er sich der Inszenierungsstrategien von Theater, Film und Architektur und schafft atmosphärisch dichte, traumartige Szenarien, die stets vertraut und doch fremd wirken.

Im Dialog mit den Räumen von Museum Morsbroich inszenierte Hans Op de Beeck eine Auswahl seiner Werke der letzten zwölf Jahre wie eine Reihe von offenen Bühnen, die der Besucher betreten konnte – teils mit seinen Füßen, immer mit seinen Gedanken. Der Künstler entführte ihn in eine Welt, in der sich Realität und Fiktion überlagern, in der die Zeit still zu stehen scheint: suggestive Szenarien, die an Film Stills erinnern. In Gips geformte Figuren schienen vom Sockel gestiegen zu sein, sie begegneten uns wie selbstverständlich in den ehemaligen Wohnräumen des Schlosses und schienen zugleich eingefroren in Momenten der Stille. Schweigsam begleiteten sie den Besucher durch die Schlossräume, wo eigens verlegte Teppichböden die Schritte abfederten, wo eine auf Grau, Schwarz und Weiß reduzierte Farbigkeit eine Atmosphäre der Konzentration erzeugte.

Op de Beeck schafft Orte der Introspektion, er öffnet Assoziationsfelder, in die der Betrachter mit seinen eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Interpretationen eintreten kann. Souverän setzt er Bühnentricks und Lichteffekte ein, gekonnt erzeugt er Spannung. Das Klavier ist stumm (Silent Piano, 2015), die Reitautomaten vor dem Supermarkt ruhen (Entrance, 2005/06), Seerosen überspielen den Blick in die Tiefe des unheimlich schwarzen Teichwassers (Pond, 2016). Der Betrachter spürt, dass jeden Moment jemand auftauchen, etwas passieren könnte. Doch wenn sich etwas abspielt, dann vor allem in seinem Kopf. 

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, der ein spezifisches Präsentationskonzept für die Räume von Schloss Morsbroich entwickelte, und in Kooperation mit der renommierten Sammlung Goetz, München, die neben dem Studio Hans Op de Beeck Hauptleihgeber war.

Es erschien ein Katalogbuch zur Ausstellung im Verlag für moderne Kunst, mit einem Vorwort von Markus Heinzelmann und einem Essay von Fritz Emslander sowie zahlreichen Ausstellungsansichten (deutsch-englisch, 128 Seiten, Hardcover, 22 € im Museum, 29 € im Buchhandel).

Im Rahmen einer Book Launch mit Künstlergespräch wurde das Buch am 9. März 2017 um 19 Uhr in Kooperation mit der Temporary Gallery, Köln in deren Räumen (Mauritiuswall 35, 50676 Köln) vorgestellt.

Gefördert durch:

 

1
Op de Beeck

Pond 400
Mixed Media, synthetischer Gips, Glas
400 x 400 x 15 cm
© Hans Op de Beeck

2
Op de Beeck

Lucas, 2016
Skulptur / Sculpture: Polyester, Synthetikgips / Polyester, synthetic plaster, 144 x 42 x 32 cm
Peter und / and Dorothee Leibinger; © Hans Op de Beeck

3
Op de Beeck
Fatima
Mixed Media, synthetischer Gips, Glas
400 x 400 x 15 cm
© Hans Op de Beeck

Hans Op de Beeck »The Thread«
Hans Op de Beeck, »Silent Piano«

Hans Op de Beeck
The Silent Castle

12. Februar – 30. April 2017
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Der belgische Künstler Hans Op de Beeck (geboren 1969 in Turnhout, lebt in Brüssel) arbeitet in fast allen künstlerischen Medien. Ob in seinen Skulpturen und Raum greifenden Installationen, in seinen Gemälden, den großformatigen Aquarellen und Zeichnungen oder in Animationen und Videos: Souverän bedient er sich der Inszenierungsstrategien von Theater, Film und Architektur und schafft atmosphärisch dichte, traumartige Szenarien, die stets vertraut und doch fremd wirken.

Im Dialog mit den Räumen von Museum Morsbroich inszenierte Hans Op de Beeck eine Auswahl seiner Werke der letzten zwölf Jahre wie eine Reihe von offenen Bühnen, die der Besucher betreten konnte – teils mit seinen Füßen, immer mit seinen Gedanken. Der Künstler entführte ihn in eine Welt, in der sich Realität und Fiktion überlagern, in der die Zeit still zu stehen scheint: suggestive Szenarien, die an Film Stills erinnern. In Gips geformte Figuren schienen vom Sockel gestiegen zu sein, sie begegneten uns wie selbstverständlich in den ehemaligen Wohnräumen des Schlosses und schienen zugleich eingefroren in Momenten der Stille. Schweigsam begleiteten sie den Besucher durch die Schlossräume, wo eigens verlegte Teppichböden die Schritte abfederten, wo eine auf Grau, Schwarz und Weiß reduzierte Farbigkeit eine Atmosphäre der Konzentration erzeugte.

Op de Beeck schafft Orte der Introspektion, er öffnet Assoziationsfelder, in die der Betrachter mit seinen eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Interpretationen eintreten kann. Souverän setzt er Bühnentricks und Lichteffekte ein, gekonnt erzeugt er Spannung. Das Klavier ist stumm (Silent Piano, 2015), die Reitautomaten vor dem Supermarkt ruhen (Entrance, 2005/06), Seerosen überspielen den Blick in die Tiefe des unheimlich schwarzen Teichwassers (Pond, 2016). Der Betrachter spürt, dass jeden Moment jemand auftauchen, etwas passieren könnte. Doch wenn sich etwas abspielt, dann vor allem in seinem Kopf. 

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, der ein spezifisches Präsentationskonzept für die Räume von Schloss Morsbroich entwickelte, und in Kooperation mit der renommierten Sammlung Goetz, München, die neben dem Studio Hans Op de Beeck Hauptleihgeber war.

Es erschien ein Katalogbuch zur Ausstellung im Verlag für moderne Kunst, mit einem Vorwort von Markus Heinzelmann und einem Essay von Fritz Emslander sowie zahlreichen Ausstellungsansichten (deutsch-englisch, 128 Seiten, Hardcover, 22 € im Museum, 29 € im Buchhandel).

Im Rahmen einer Book Launch mit Künstlergespräch wurde das Buch am 9. März 2017 um 19 Uhr in Kooperation mit der Temporary Gallery, Köln in deren Räumen (Mauritiuswall 35, 50676 Köln) vorgestellt.

Gefördert durch:

 

1
Op de Beeck

Pond 400
Mixed Media, synthetischer Gips, Glas
400 x 400 x 15 cm
© Hans Op de Beeck

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Op de Beeck

Lucas, 2016
Skulptur / Sculpture: Polyester, Synthetikgips / Polyester, synthetic plaster, 144 x 42 x 32 cm
Peter und / and Dorothee Leibinger; © Hans Op de Beeck

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Op de Beeck
Fatima
Mixed Media, synthetischer Gips, Glas
400 x 400 x 15 cm
© Hans Op de Beeck

Hans Op de Beeck »The Thread«
Hans Op de Beeck, »Silent Piano«

Veranstaltungen

Wir nennen es Wunschproduktion - Margit Czenki und Christoph Schäfer

Parklabyr im Museum Morsbroich: Bevor es losgeht mit der „Planung für alle“, zeigen die beiden Künstler*innen Einblicke in Planungsprozesse, die sie bisher organisiert haben.

Künstlergespräch im Spiegelsaal von Museum Morsbroich

Do., 23. Juni 2022, 18 Uhr

Am bekanntesten ist hierbei ihr gemeinsames Projekt Park Fiction in St. Pauli, mit dem sie auf der documenta 11 (2002) vertreten waren Der Park wurde in einer nachbarschaftlichen „Wunschproduktion“ erdacht und gemeinsam durchgesetzt und ist mit seinen Palmeninseln heute ein beliebter und ikonischer Ort in Hamburg. Im Team mit jungen Planer*innen entwickelten Margit Czenki und Christoph Schäfer 2014 die Planbude. Unter der Überschrift „Knack' den St. Pauli Code“ legten die Teilnehmer*innen die Grundlagen für den Bau eines ganzen Häuserblocks an der Reeperbahn.

Die „Methode Wunschproduktion“ erprobten die beiden auch in kleineren Städten, mit dem Projekt ContainerUni und Fabric – Planung als Plattform. Allen Projekten gemeinsam ist die Idee, dass das Wissen der Vielen Planung schlauer machen kann und dass Demokratie die Gestaltungsfreiheit nicht in Fesseln legt, sondern beflügeln kann.

Margit Czenki und Christoph Schäfer interessieren sich dafür, wie die ›Imaginationskraft der Vielen‹ die Welt verändern kann. In ihrem Ausstellungsbeitrag zu 2022: spielzeit #1 zeigen sie die ersten Umrisse eines Parklabyrs (zusammengesetzt aus ›Labor‹ und ›Labyrinth‹), eines öffentlichen Planungsbüros, das in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Leverkusener*innen am Morsbroicher Park und seinen Beziehungen zu Schloss, Museum und Stadtgesellschaft arbeiten wird. Statt die Fläche des äußeren Parks planerisch in programmatische Funktionen zu zerlegen, möchten Czenki und Schäfer den Gartenraum gemeinsam mit der Bevölkerung als Raum vielfältiger Vorstellungen, als Lebenswelt komplexer Biotope und als Raum kulturhistorischer Schichten betrachten.

Book Launch Public Fictions mit Performances von Anna Budniewski, Miriam Stoney und einer kulinarischen Intervention von Paula Erstmann

In Kooperation mit dem Museum Morsbroich

So., 26. Juni 2022, 14–17 Uhr im Spiegelsaal von Museum Morsbroich

Public Fictions ist ein dialogisch-raumbezogenes Ausstellungsformat in Leverkusen, das sich auf künstlerische Weise mit dem geschichtlichen und sozialen Stadtraum und dem historischen Ausgangspunkt, dem Entwurf einer Stadt bis heute auseinandersetzt. Die Gründung Leverkusens, die Entstehung von Arbeitsplätzen und Siedlungen hängen eng mit der Präsenz großer Konzerne zusammen und beeinflussten den sozialstrukturellen Wandel der Stadt maßgeblich. Diese Dynamik eröffnet ein eigenes Gefüge von Zeitschichten, welche sich anhand der jung zusammengeschlossenen Stadtteile mit historischem Individualcharakter zeigt.

Die Publikation Public Fictions versammelt 14 künstlerische Beiträge, sowohl Perspektiven von innen heraus als auch von außen auf die Stadt geworfene Blicke. Der Entwurfscharakter Leverkusens wird dabei sowohl gestalterisch als auch inhaltlich aufgegriffen. Die Auseinandersetzung der Künstler*innen mit der Stadt Leverkusen wird zeitlich vor das Ausstellungsprojekt gestellt. Die Publikation fungiert als eigenständige künstlerische Arbeit und zugleich als Ausgangspunkt für die experimentelle Annäherung, die im Zuge von Ausstellungen, Performances und Film-Screenings im August 2022 weitergeführt wird.

Der Book Launch findet in Kooperation mit dem Museum Morsbroich statt. Das Projekt wurde von den Künstlerinnen Anna Dietz und Johanna Terhechte initiiert, in Zusammenarbeit mit Lisa Klosterkötter (Kuration) und Paulina Seyfried (Produktion). 

Die Publikation ist vor Ort erhältlich und erscheint im DISTANZ Verlag, gestaltet von Fabian Weins.

Johanna Terhechte | Public Fictions | Künstlerische Leitung | terhechte@publicfictions.de
Book Launch Public Fictions : 26.06.2022 
Ausstellungen Public Fictions : 23.08. – 28.08.2022
www.publicfictions.de
Follow us on instagram: publicfictions

Öffentliche Führungen

Führung am Sonntag

Sie sind herzlich zu unseren Führungen am Sonntag um 15 Uhr eingeladen.

Die Führung kostet € 12 pro Person, ermäßigt € 8, und beinhaltet sowohl den Eintritt in die Ausstellung wie die Führung.

Aufgrund eingeschränkter Kapazitäten empfehlen wir Ihnen eine Anmeldung per Telefon unter 0214 406-4510 oder per E-Mail an claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de

KUNSTGENUSS. Skulpturenpark Museum Morsbroich

In dieser Führung schauen wir uns die Skulpturen u.a. von Bill, Luther, Prager, Reineking und Wolf an, die seit langem im Außenbereich des Museums stehen. Doch auch über die Skulpturen, die in letzter Zeit hinzugekommen sind, werden wir diskutieren. So z.B. über den Brunnen von Hein und die Parkbühne von Kuball. Während der ›2022: spielzeit #1‹ wird zudem Mark Dion die Skulptur „The Witchesʼ Cottage“ (Hexenhäuschen) aufbauen.

Sigrid Ernst-Fuchs wird den Parkrundgang leiten. Es stehen leider keine Sitzmöglichkeiten zur Verfügung. Dafür gibt es nach dem Rundgang zur Stärkung Kaffee und Kuchen.

Die Dienstags-Termine:

  • 19. Juli
  • 26. Juli
  • 02. August
  • 09. August

jeweils um 14.30 Uhr

Für jeden Termin ist eine Anmeldung bis zum Freitag, 12 Uhr mit Rückrufnummer unbedingt erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 12,50 € pro Person und beinhaltet den Eintritt, die Führung und Kaffee und Kuchen.

  • Telefon: +49 (0)214 406-4510
  • E-Mail: claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de

Außerhalb dieser Termine können Sie auch separat Führungen mit anschließendem Gespräch bei Kaffee und Kuchen vereinbaren (Mindestteilnehmerzahl 12 Personen).