Simon Schubert Schattenreich

11. Oktober – 19. April 2020

Simon Schubert arbeitet seit längerem an einem immer weiterwachsenden, fiktiven Gebäude. Mit jeder Ausstellung wuchert dieser Architekturkomplex und entfaltet sich monadenartig: aus dem zweidimensionalen Papier über die Illusion von Dreidimensionalität bis in den tatsächlichen Raum. So ist jedes der Bilder von Simon Schubert (geboren 1976 in Köln, lebt in und arbeitet in Köln), jede seiner virtuos gefertigten Papierfaltungen, jede seiner Grafit-Zeichnungen als ein Blick in diesen Bau zu sehen, und jede von ihm eingerichtete Rauminstallation ist ein tatsächlich begehbarer Teil dieses Gebäudes, jedes skulpturale Objekt Einrichtungsgegenstand und Bestandteil des Interieurs.

Licht und Schatten bringen an den reliefartigen Faltzeichnungen erst das jeweilige Bild zum Vorschein. Im richtigen Licht erschließen die gefalteten Oberflächen die Tiefen einer imaginären Architektur, in die der Betrachter sich begibt. Im Zwielicht lösen sich diese flüchtigen Bilder aber wieder auf. Während die lichten Raumsequenzen mit ihren (neo)barocken Vertäfelungen, Zierleisten, Fenster- und Türdurchblicken, verwinkelten Fluren und Treppen an die atmosphärischen Interieurs des dänischen Malers Vilhelm Hammershøi erinnern, lassen Schuberts düstere Grafitzeichnungen und manche gesichtslose Skulptur an filmische Szenen von David Lynch denken.  

Der Ausstellungsbesucher betritt in der Grafiketage von Museum Morsbroich eine Parallelwelt mit weißen Wänden aus gefaltetem Papier, mit doppelten Böden, perspektivisch verzerrten oder optisch erweiterten Räumen. In suggestiven Rauminszenierungen entfaltet sich eine faszinierende und zugleich unheimliche Welt. Einladend ragt der Türgriff eines für die Ausstellung entwickelten Hologramms in den Betrachterraum, im Boden scheint sich eine Art Kaninchenloch zu öffnen. Wie Alice im Wunderland begegnet der Besucher – ist er erst einmal eingetreten – rätselhaften Wesen, den teils gespenstisch wirkenden Bewohnern. Er durchschreitet Türen und Passagen in neue Räume. Zudem eröffnen sich mannigfaltige Perspektiven in Spiegelräume oder Blicke durch Türspione hindurch in verborgene, unzugängliche Bereiche. Der Weg ins Innere dieses Gebäudes führt auf Traumbilder und in surreale Situationen, in denen sich auch die Räume unseres Unterbewussten erschließen.

Kurator der in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelten Ausstellung ist Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung.

Edition
Zur Ausstellung gestaltet der Künstler eine außergewöhnliche, vom Museumsverein Morsbroich e.V. aufgelegte Edition in Form zweier Hologramme.
Kontakt, weitere Informationen und Vorbestellungen: claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de

Katalog
Im Verlag für moderne Kunst ist ein Katalog in Form eines Künstlerbuches erschienen. In Format und Gewicht einem Ziegel vergleichbar, könnte das Buch ein Baustein jenes fiktiven Gebäudes sein, in das Schubert den Leser führt. Orientierung verschaffen zwei wissenschaftliche Essays von Amely Deiss und Fritz Emslander, die Simon Schuberts vielfältiges, medienübergreifendes und sehr suggestives Œuvre erschließen (Deutsch/Englisch, Softcover, 24 x 16 cm, 448 Seiten, über 250 Farbabb.; € 28,-).

Gefördert durch

Simon Schubert Schattenreich

11. Oktober – 19. April 2020

Simon Schubert arbeitet seit längerem an einem immer weiterwachsenden, fiktiven Gebäude. Mit jeder Ausstellung wuchert dieser Architekturkomplex und entfaltet sich monadenartig: aus dem zweidimensionalen Papier über die Illusion von Dreidimensionalität bis in den tatsächlichen Raum. So ist jedes der Bilder von Simon Schubert (geboren 1976 in Köln, lebt in und arbeitet in Köln), jede seiner virtuos gefertigten Papierfaltungen, jede seiner Grafit-Zeichnungen als ein Blick in diesen Bau zu sehen, und jede von ihm eingerichtete Rauminstallation ist ein tatsächlich begehbarer Teil dieses Gebäudes, jedes skulpturale Objekt Einrichtungsgegenstand und Bestandteil des Interieurs.

Licht und Schatten bringen an den reliefartigen Faltzeichnungen erst das jeweilige Bild zum Vorschein. Im richtigen Licht erschließen die gefalteten Oberflächen die Tiefen einer imaginären Architektur, in die der Betrachter sich begibt. Im Zwielicht lösen sich diese flüchtigen Bilder aber wieder auf. Während die lichten Raumsequenzen mit ihren (neo)barocken Vertäfelungen, Zierleisten, Fenster- und Türdurchblicken, verwinkelten Fluren und Treppen an die atmosphärischen Interieurs des dänischen Malers Vilhelm Hammershøi erinnern, lassen Schuberts düstere Grafitzeichnungen und manche gesichtslose Skulptur an filmische Szenen von David Lynch denken.  

Der Ausstellungsbesucher betritt in der Grafiketage von Museum Morsbroich eine Parallelwelt mit weißen Wänden aus gefaltetem Papier, mit doppelten Böden, perspektivisch verzerrten oder optisch erweiterten Räumen. In suggestiven Rauminszenierungen entfaltet sich eine faszinierende und zugleich unheimliche Welt. Einladend ragt der Türgriff eines für die Ausstellung entwickelten Hologramms in den Betrachterraum, im Boden scheint sich eine Art Kaninchenloch zu öffnen. Wie Alice im Wunderland begegnet der Besucher – ist er erst einmal eingetreten – rätselhaften Wesen, den teils gespenstisch wirkenden Bewohnern. Er durchschreitet Türen und Passagen in neue Räume. Zudem eröffnen sich mannigfaltige Perspektiven in Spiegelräume oder Blicke durch Türspione hindurch in verborgene, unzugängliche Bereiche. Der Weg ins Innere dieses Gebäudes führt auf Traumbilder und in surreale Situationen, in denen sich auch die Räume unseres Unterbewussten erschließen.

Kurator der in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelten Ausstellung ist Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung.

Edition
Zur Ausstellung gestaltet der Künstler eine außergewöhnliche, vom Museumsverein Morsbroich e.V. aufgelegte Edition in Form zweier Hologramme.
Kontakt, weitere Informationen und Vorbestellungen: claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de

Katalog
Im Verlag für moderne Kunst ist ein Katalog in Form eines Künstlerbuches erschienen. In Format und Gewicht einem Ziegel vergleichbar, könnte das Buch ein Baustein jenes fiktiven Gebäudes sein, in das Schubert den Leser führt. Orientierung verschaffen zwei wissenschaftliche Essays von Amely Deiss und Fritz Emslander, die Simon Schuberts vielfältiges, medienübergreifendes und sehr suggestives Œuvre erschließen (Deutsch/Englisch, Softcover, 24 x 16 cm, 448 Seiten, über 250 Farbabb.; € 28,-).

Gefördert durch

Veranstaltungen

Eröffnung Desire Path im Proberaum: 20.8.26 - 19:30
20. August

Mit Arbeiten von Michael M.C. Driesch, Markus Henschler, Juliana Paek
im Dialog mit Werken aus der Sammlung des Museum Morsbroich

20. – 30. August 2026 im Kunstverein Leverkusen
20. August 2026 – 6. Januar 2027 im Proberaum, Museum Morsbroich

im Kunstverein Leverkusen  sowie anschießend im Proberaum, Museum Morsbroich
sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.

Begrüßung
Susanne Wedewer-Pampus
Lucia Riemenschnitter

Einführung

Nathalie Sofie Schulz
Gamze Can

Öffentliche Führung: HIGHLIGHTS DER SAMMLUNG: 23.08.26 - 15:00
23. August

Sie sind herzlich zu unseren Führungen zu den Highlights der Sammlung des Museum Morsbroich eingeladen.

Teilnahme: 15 € pro Person, ermäßigt 10 €; Eintritt und Führung sind enthalten
Anmeldung: empfohlen
Kontakt: Besucherservice, Tel. +49 214 406-4500, E-Mail: info@morsbroich.de

kunstbar: 27.8.2026 - 17:30
27. August

Sie sind herzlich zur ersten kunstbar eingeladen. Es erwarten Sie Kunst, Cocktails und entspannte Atmosphäre inmitten des schönsten Parks Leverkusens.
Rund um die “Gastausstellung“ DESIRE PATH (mit Arbeiten von Michael M.C. Driesch, Markus Henschler, Juliana Paek), die im Kunstverein Leverkusen und im Proberaum vom Museum Morsbroich zu sehen ist, bietet kunstbar exklusiv

  • einen gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung
  • offenen Artist Talks
  • Sound von und mit DJ MC Driesch
  • Raum für spannende Gespräche
  • Cocktails, die wir dank der Unterstützung durch die Schlossgastronomie des Herkenrath Hofs zu einem Sonderpreis anbieten können