Tilo Schulz, ENDLESS CANVAS, 2024 – ongoing, Acrylfarbe auf Holzpaneel, Maße variabel, courtesy the artist & acb Gallery Budapest © Tilo Schulz
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 2. Oktober um 18 Uhr im Rahmen der Leverkusener Kunstnacht statt. Um 20 Uhr gibt es ein Künstlergespräch mit Tilo Schulz in der Ausstellung.
ENDLESS CANVAS ist ein fortlaufendes Malereiprojekt von Tilo Schulz, das 2024 initiiert wurde. Die Präsentation im Museum Morsbroich zeigt die Arbeit erstmals in einem musealen Kontext.
Mit ENDLESS CANVAS entwickelte Tilo Schulz die Idee eines unendlichen Gemäldes: eine Malerei, die sich ohne vorgefertigte Grenzen in alle Richtungen ausdehnt und potenziell ins Unendliche erweiterbar ist. Das Gemälde besteht aus einer nicht festgelegten Anzahl modularer Tafeln, die eine zusammenhängende Bildfläche bilden. Malerische Gesten durchziehen die Fugen zwischen den einzelnen Modulen, Linien verlaufen über die Ränder hinaus, Farben fließen über die Grenzen hinweg. Das Ergebnis ist keine Reihe von einzelnen Werken, sondern ein prozessuales Gemälde in ständiger Erweiterung, das sich je nach Raum, Kontext und Präsentation verändert und neu formiert.
Eine grundlegende Idee der ENDLESS CANVAS ist die der Offenheit und der Grenzüberwindung. Dabei überschreitet das Projekt auch die Grenzen des Mediums und lädt zu interdisziplinären Kollaborationen ein. In Zusammenarbeit mit dem ungarischen Komponisten und Medienkünstler Gábor Lázár sowie den Filmemacher:innen Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky treten Malerei, elektronischer Klang und Film in einen Dialog, der die Möglichkeiten zeitgenössischer Malerei neu befragt und Räume öffnet.
Tilo Schulz (*1972 in Leipzig, lebt und arbeitet in der Uckermark/Brandenburg) zählt zu den maßgeblichen Vertretern einer konzeptuell erweiterten Gegenwartskunst in Deutschland. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Malerei, Installation und Display und eröffnen damit einen erweiterten Begriff des Bildes. ENDLESS CANVAS steht exemplarisch für diese Praxis. Die Arbeit thematisiert die Idee einer unbegrenzten Bildfläche und hinterfragt damit die institutionellen und räumlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer Kunst sichtbar wird. Zugleich verhandelt sie über eine ungegenständliche Bildsprache existenzielle Fragen zum Verhältnis von Begrenzung und Öffnung, Individuum und Kollektiv.
