„Alles, was unbegreifbar ist, hört nicht auf zu sein.“
(Blaise Pascal)
Die Düsseldorfer Künstlerin Renate Behla (geboren in Dresden) schafft zeichnend seit 35 Jahren ihren sehr eigenen, rätselhaften Bildkosmos. Hier ist eine individuelle Kombinatorik am Werk – mit metaphorisch aufgeladenen Dingen und Zeichen, die sich aus Mythen, Geschichten, Philosophie und Etymologie, teils auch aus den Urgründen des kollektiven Bildgedächtnisses speisen.
In einer sehr reduzierten Bildsprache formuliert, bewegen sich Renate Behlas Werke zwischen Wirklichkeit und Imaginärem. Die Künstlerin schafft zeichnend jenen immateriellen geistigen Raum der Möglichkeiten, in dem alles mehrere (Be)Deutungen haben kann und Unsagbares ins Sichtbare gelangt. Dabei weisen die Motive über das rein Persönliche hinaus. Wer den Arbeiten begegnet, spürt ihre existentielle Dringlichkeit.
Die Präsentation der Zeichnungen zusammen mit ihren Objekten reiht sich ein in die im Museum Morsbroich gepflegte Tradition der kritischen Auseinandersetzung mit dem Medium der Zeichnung. Ziel ist es die Prozesshaftigkeit in Renate Behlas Schaffen nachvollziehbar zu machen: wie sie verschiedene Bildgedanken über mehrere Werke hinweg verfolgt, wie Dinge und Menschen sich dabei verwandeln und sich ein vielschichtiger und medienübergreifender Dialog entspinnt.
Die Ausstellung umfasst Renate Behlas umfangreiches zeichnerisches Werk und wird durch eine Auswahl von Objekten, eine multimediale Installation zu den Schadbildern und der Poetik des Borkenkäfers, sowie eine dem Blick in den Kopf der Künstlerin gleichende Präsentation (Die Intimität des Künstlers, mit persönlichen Notizen, Skizzen und Inspirationsquellen) ergänzt.
Renate Behlas Werke waren mehrfach in DIE GROSSE Kunstausstellung NRW in Düsseldorf und im Haus der Kunst München sowie in nationalen und internationalen Museen, Galerien und Institutionen (Goethe-Institute) zu sehen.
Begleitet wird die Ausstellung von der ebenfalls durch die Kunststiftung NRW geförderten Publikation „Renate Behla. Ich zeichne in eine entleerte Welt", die erstmals einen umfassenden Überblick zum zeichnerischen Œuvre von Renate
Behla gibt; mit Texten von Fritz Emslander (Kurator) und Klaus Sellge
(Germanist / Philologe), ca. 176 Seiten, Verlag Kettler.
Gefördert durch

