Ins Offene!
Multispezies Erzählungen

Ein Kooperationsprojekt mit der KHM, Köln
17. Mai bis 28. September 2025

Abb.: Copyright Hyunji Seo

 

Mit Arbeiten von Blanca Barbat, Corinna J. Duschl, erinleehong, Johannes Hoffmann, Lisa James, Duhyoung Kim, Jiwoo Kim, Hyunju Lee, miguel marañas, Jennifer de Negri, Yuna-Lee Pfau, Hyunji Seo, Aiden Vetter, Amelie Vierbuchen und Claude Wear.

 

Wir schleichen uns in die Zwischenräume der anthropologischen Maschine und nisten uns dort ein! Das Schloss ist offen!

 

Die Ausstellung Ins Offene! Multispezies Erzählungen zeigt Installationen, Video- und Soundarbeiten, Skulpturen und Performances von Studierenden des Seminars Multispecies Storytelling, Profs. Hörner/Antlfinger und Pascal Marcel Dreier, an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Der Philosoph Giorgio Agamben beschreibt in seinem Werk „Das Offene. Der Mensch und das Tier“ (2003) die anthropologische Maschine als eine Denkstruktur, die den Menschen vom Tier abgrenzt – sei es durch Einbeziehung oder Ausschluss. Diese Maschine produziert das, was als „Mensch“ gilt, indem sie immer wieder eine Grenze zieht und bestimmte Wesen innerhalb oder außerhalb dieser Kategorie platziert. 

Im Offenen hingegen können Wesen ununterscheidbar voneinander werden; zugleich ist es ein Ort der Möglichkeiten, von dem aus die Zwischenräume der anthropologischen Maschine infiltriert werden können und an dem sich üppige Ökosysteme formieren.

Das Museum Morsbroich, 1951 als Ort für Gegenwartskunst in einer barocken Schlossanlage gegründet, geht auf eine lange Geschichte unter anderem als Jagdschloss und Sitz eines Ritterordens zurück. Hier gibt es viele solcher Zwischenräume. In der Ausstellung werden diese mit spezies-übergreifenden Geschichten von Tieren, Pilzen, Pflanzen, Bots und Landschaften befallen und besiedelt.

Hier lassen wir uns bewirten, wir lauschen Aussagen von Parasit:innen, Schmarotzer:innen und Mutierten, deren Welten schon lange im Zerfall begriffen sind und die vom Überleben in verschmutzten und aufgewühlten Umgebungen berichten können. Mistelkinder nutzen die Requisiten des Schlosses, um uns von ihrem kriminellen Lifestyle zu erzählen, der sich die Ressourcen der im Boden Verwurzelten aneignet. Albatrosse trauern um ihre Gefährt:innen, die am Müll, den die Maschine hinterließ, verhungert sind. Menschenfische finden Freude im Glitchen zwischen tierlichen und menschlichen Körpern. Eine Schnecke besetzt Flure und ein Treppenhaus des Schlosses und benetzt geputzte Oberflächen mit ihrem Schleim. Ein Hund möchte einen Namen, Hamsterästhetik breitet sich aus.

Die Ausstellung wird am 17. Mai um 16 Uhr im Rahmen der Morsbroicher Kunsttage (16. – 18. Mai 2025) eröffnet.

Ins Offene!
Multispezies Erzählungen

Ein Kooperationsprojekt mit der KHM, Köln
17. Mai bis 28. September 2025

Abb.: Copyright Hyunji Seo

 

Mit Arbeiten von Blanca Barbat, Corinna J. Duschl, erinleehong, Johannes Hoffmann, Lisa James, Duhyoung Kim, Jiwoo Kim, Hyunju Lee, miguel marañas, Jennifer de Negri, Yuna-Lee Pfau, Hyunji Seo, Aiden Vetter, Amelie Vierbuchen und Claude Wear.

 

Wir schleichen uns in die Zwischenräume der anthropologischen Maschine und nisten uns dort ein! Das Schloss ist offen!

 

Die Ausstellung Ins Offene! Multispezies Erzählungen zeigt Installationen, Video- und Soundarbeiten, Skulpturen und Performances von Studierenden des Seminars Multispecies Storytelling, Profs. Hörner/Antlfinger und Pascal Marcel Dreier, an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Der Philosoph Giorgio Agamben beschreibt in seinem Werk „Das Offene. Der Mensch und das Tier“ (2003) die anthropologische Maschine als eine Denkstruktur, die den Menschen vom Tier abgrenzt – sei es durch Einbeziehung oder Ausschluss. Diese Maschine produziert das, was als „Mensch“ gilt, indem sie immer wieder eine Grenze zieht und bestimmte Wesen innerhalb oder außerhalb dieser Kategorie platziert. 

Im Offenen hingegen können Wesen ununterscheidbar voneinander werden; zugleich ist es ein Ort der Möglichkeiten, von dem aus die Zwischenräume der anthropologischen Maschine infiltriert werden können und an dem sich üppige Ökosysteme formieren.

Das Museum Morsbroich, 1951 als Ort für Gegenwartskunst in einer barocken Schlossanlage gegründet, geht auf eine lange Geschichte unter anderem als Jagdschloss und Sitz eines Ritterordens zurück. Hier gibt es viele solcher Zwischenräume. In der Ausstellung werden diese mit spezies-übergreifenden Geschichten von Tieren, Pilzen, Pflanzen, Bots und Landschaften befallen und besiedelt.

Hier lassen wir uns bewirten, wir lauschen Aussagen von Parasit:innen, Schmarotzer:innen und Mutierten, deren Welten schon lange im Zerfall begriffen sind und die vom Überleben in verschmutzten und aufgewühlten Umgebungen berichten können. Mistelkinder nutzen die Requisiten des Schlosses, um uns von ihrem kriminellen Lifestyle zu erzählen, der sich die Ressourcen der im Boden Verwurzelten aneignet. Albatrosse trauern um ihre Gefährt:innen, die am Müll, den die Maschine hinterließ, verhungert sind. Menschenfische finden Freude im Glitchen zwischen tierlichen und menschlichen Körpern. Eine Schnecke besetzt Flure und ein Treppenhaus des Schlosses und benetzt geputzte Oberflächen mit ihrem Schleim. Ein Hund möchte einen Namen, Hamsterästhetik breitet sich aus.

Die Ausstellung wird am 17. Mai um 16 Uhr im Rahmen der Morsbroicher Kunsttage (16. – 18. Mai 2025) eröffnet.

Veranstaltungen

Artist Talk mit Sebastian Gräfe und Fritz Emslander (Kurator)
19. April

Sonntag, 19. April, 12 Uhr

In der aktuellen Ausstellung Chained to the Rhythm. Von Mensch und Natur verwandelt Sebastian Gräfe (*1976, lebt und arbeitet in Berlin und Reitwein/Oder) Morsbroich in eine Wetterstation. In seiner ortspezifischen Installation Die weiteren Aussichten (2011 /2026) ändern einige Teile des Museumsinventars dafür ihre Funktion: Fenster werden geöffnet, an einem Garderobenständer lassen sich Regenwahrscheinlichkeit und Außentemperatur ablesen, über die Haussprechanlage werden plötzlich Wetterdurchsagen gemacht.

Werden hier die Museumsaufsichten vorübergehend zu künstlerischen Assistentinnen, so sind es im Falle seines Schwalbennests die Tiere, die Gräfe als Wetterboten einsetzt. Unscheinbar aber sehr überzeugend hat der Künstler das Nest in der oberen Raumecke platziert, und es sieht nach einem perfekten Nistplatz aus. Wir wissen, dass die Schwalben als Kulturfolger die Nähe der Menschen suchen. Aber wie haben sie ihren Weg ins Museum gefunden?


In seinem Gespräch mit Fritz Emslander erläutert Sebastian Gräfe seinen künstlerischen Ansatz und stellt einige exemplarische Arbeiten vor.

 

Abb: Sebastian Gräfe, Die weiteren Aussichten, 2011 / 2026,
Mixed Media; Installationsansicht Museum Morsbroich

Schreibworkshop mit Samuel Kramer
25. April

Samstag, 25. April 2026, 12 bis 16 Uhr

Samuel Kramer ist Autor:in und Philosoph:in. 2012 trat Samuel das erste Mal bei einem Poetry Slam auf und hat seitdem auch ein paar Meisterschaften gewonnen. Für die poetisch-partizipative Arbeit für ein zartes daheim von Anja Utler im Museum Morsbroich hat Samuel einen Vers gespendet. Im Workshop werden grundlegende Schreibtechniken geübt und das Museum als Kreativraum genutzt. Wie entsteht ein guter Text, und wie wird er immer besser? Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf Möglichkeiten des Vortrags – wie schreibt man Text für die Bühne, wie präsentiert man sie mit maximaler Wirkung? Es besteht die Möglichkeit, an mitgebrachten Ideen und Texten zu arbeiten. Vorerfahrung wird nicht vorausgesetzt.

Poetry Slam zu den Morsbroicher Kunsttagen
Freitag, 8. Mai 2026, 20 Uhr

Für Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren

Moderation: Lukas Raschke, Musiker & Poetry Slammer

Beide Veranstaltungen sind kostenfrei. Die Teilnahme am Workshop verpflichtet nicht zur Teilnahme am Poetry Slam, kann aber zur Vorbereitung genutzt werden. 

Informationen und Anmeldung unter Info@morsbroich.de

Ritt auf der Hecke.
30. April

Am Tag, an dem die Hexen tanzen, folgen wir ihren Spuren in die Hecke.

Denn schon ihr Name, Hexe, verweist auf hagazussa, ein altes Wort für „Heckenhockerin“. Wir gehen auf die Suche nach ihren Verbündeten im Garten des Schlosses und lauschen ihren Geschichten, jedoch mit kritischem Blick und der Frage nach dem historischen Zweck dieser Erzählungen.

Die umweltkünstlerische Kräuterführung dauert maximal zwei Stunden und wir werden dabei eine längere Zeit auf den Beinen sein.

Wildkräuterspaziergang und Führung durch
den Skulpturenpark zur Walpurgisnacht

Donnerstag, 30. April, 20 Uhr
8 € pro Person

Wildkräuterspaziergang und Führung durch den Skulpturenpark
24. Mai

Mit der Künstlerin Corinna Duschl
Sonntags, 15 Uhr: 29. März
12 € pro Person (Führung und Eintritt ins Museum)