Der Katalysator
Joseph Beuys und Demokratie heute

2. Mai – 29. August 2021

 

 

 

 

DER KATALYSATOR
Joseph Beuys und Demokratie heute
2. Mai – 29. August 2021

Mit Arbeiten von Marwa Arsanios, Yael Bartana, Joseph Beuys, John Bock, Zuzanna Czebatul, Karolina Jabłonska, Nikita Kadan, Honorata Martin, Henrike Naumann, Ahmet Öğüt, Marcel Odenbach, Mario Pfeifer, Tracey Rose, Christoph Schlingensief, Paul Sochacki, Alex Wissel & Jan Bonny und Yarema & Himey

In den Naturwissenschaften werden mit dem Begriff Katalysator Stoffe bezeichnet, die eine chemische Reaktion verstärken und beschleunigen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Bezieht man diese Aussage auf die Kunst, wird sie zu einem kulturellen Werkzeug, das gesellschaftliche Entwicklungen befeuert. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Ausstellung Der Katalysator. Joseph Beuys und Demokratie heute zum einen die vielschichtigen Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Politik. Zum anderen zeigt sie die zahlreichen Verbindungslinien auf, die sich von den Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen zur politisch engagierten Kunst von Joseph Beuys (1921–1986) ziehen lassen.

Im Erdgeschoss des Museums sind zwei raumgreifende Installationen von Joseph Beuys zu sehen, die sich als Dauerleihgaben aus Privatbesitz in der Sammlung des Museum Morsbroich befinden. Im Rahmen der Arbeit Eine Straßenaktion (1971) diskutierte Beuys mit dem sich zum Teil spontan versammelnden Publikum die Vorteile einer direkten Demokratie, deren Verwirklichung ihm ein zentrales politisches Anliegen war. Mit Halbzeit (1984) wurden wiederum drei Projekte dokumentiert, an denen unterschiedliche Personengruppen beteiligt waren und die zum Zeitpunkt der Zusammenstellung des Materials angetrieben oder durchgeführt wurden. Beide Arbeiten spiegeln Beuysʼ Interesse für Prozess, Kollektivität und Aktivismus sowie die Idee eines erweiterten Kunstbegriffs im Sinne der Sozialen Plastik wider.

Durch die zeitgenössischen Positionen, die im ersten Obergeschoss präsentiert werden und einen gleichwertigen Gegenpol zu den beiden Beuys-Installationen bilden, wird die künstlerische Praxis von Joseph Beuys aus einer gegenwärtigen Perspektive reflektiert. In Anbetracht der zahlreichen Krisen unserer Zeit erscheint die Koalition aus Kunst und Politik nach Beuys’schem Vorbild ebenso naheliegend wie kompliziert. Gerade darin offenbart sich ihre besondere Relevanz – die Kunst ist eine mögliche Reaktion auf nicht mehr nur lokale oder nationale, sondern grenzübergreifende und globale Problemlagen.

Die Ausstellung wirft damit Fragen auf, die über eine rein rationale Sichtweise unseres politischen Systems hinausgehen und in den privaten, emotionalen Bereich hineinreichen: Wie werden Gefühle und Stimmungen sowohl durch Kunst als auch Politik verstärkt, erzeugt und genutzt? Wie steht es heute um unser Verständnis von Demokratie? Inwiefern kann Kunst der Katalysator für gesellschaftliche und politische Veränderung sein?


Kuratiert von Ania Czerlitzki (Ausstellungskuratorin)

 

 


Eine kurze Tour der Kuratorin durch die Ausstellung sowie die Videobotschaften der Eröffnungsredner*in finden Sie im Folgenden.

 

 

 

 

 

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläums beuys 2021.
100 jahre joseph beuys statt.

 

 

Gefördert:

 

Der Katalysator
Joseph Beuys und Demokratie heute

2. Mai – 29. August 2021

 

 

 

 

DER KATALYSATOR
Joseph Beuys und Demokratie heute
2. Mai – 29. August 2021

Mit Arbeiten von Marwa Arsanios, Yael Bartana, Joseph Beuys, John Bock, Zuzanna Czebatul, Karolina Jabłonska, Nikita Kadan, Honorata Martin, Henrike Naumann, Ahmet Öğüt, Marcel Odenbach, Mario Pfeifer, Tracey Rose, Christoph Schlingensief, Paul Sochacki, Alex Wissel & Jan Bonny und Yarema & Himey

In den Naturwissenschaften werden mit dem Begriff Katalysator Stoffe bezeichnet, die eine chemische Reaktion verstärken und beschleunigen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Bezieht man diese Aussage auf die Kunst, wird sie zu einem kulturellen Werkzeug, das gesellschaftliche Entwicklungen befeuert. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Ausstellung Der Katalysator. Joseph Beuys und Demokratie heute zum einen die vielschichtigen Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Politik. Zum anderen zeigt sie die zahlreichen Verbindungslinien auf, die sich von den Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen zur politisch engagierten Kunst von Joseph Beuys (1921–1986) ziehen lassen.

Im Erdgeschoss des Museums sind zwei raumgreifende Installationen von Joseph Beuys zu sehen, die sich als Dauerleihgaben aus Privatbesitz in der Sammlung des Museum Morsbroich befinden. Im Rahmen der Arbeit Eine Straßenaktion (1971) diskutierte Beuys mit dem sich zum Teil spontan versammelnden Publikum die Vorteile einer direkten Demokratie, deren Verwirklichung ihm ein zentrales politisches Anliegen war. Mit Halbzeit (1984) wurden wiederum drei Projekte dokumentiert, an denen unterschiedliche Personengruppen beteiligt waren und die zum Zeitpunkt der Zusammenstellung des Materials angetrieben oder durchgeführt wurden. Beide Arbeiten spiegeln Beuysʼ Interesse für Prozess, Kollektivität und Aktivismus sowie die Idee eines erweiterten Kunstbegriffs im Sinne der Sozialen Plastik wider.

Durch die zeitgenössischen Positionen, die im ersten Obergeschoss präsentiert werden und einen gleichwertigen Gegenpol zu den beiden Beuys-Installationen bilden, wird die künstlerische Praxis von Joseph Beuys aus einer gegenwärtigen Perspektive reflektiert. In Anbetracht der zahlreichen Krisen unserer Zeit erscheint die Koalition aus Kunst und Politik nach Beuys’schem Vorbild ebenso naheliegend wie kompliziert. Gerade darin offenbart sich ihre besondere Relevanz – die Kunst ist eine mögliche Reaktion auf nicht mehr nur lokale oder nationale, sondern grenzübergreifende und globale Problemlagen.

Die Ausstellung wirft damit Fragen auf, die über eine rein rationale Sichtweise unseres politischen Systems hinausgehen und in den privaten, emotionalen Bereich hineinreichen: Wie werden Gefühle und Stimmungen sowohl durch Kunst als auch Politik verstärkt, erzeugt und genutzt? Wie steht es heute um unser Verständnis von Demokratie? Inwiefern kann Kunst der Katalysator für gesellschaftliche und politische Veränderung sein?


Kuratiert von Ania Czerlitzki (Ausstellungskuratorin)

 

 


Eine kurze Tour der Kuratorin durch die Ausstellung sowie die Videobotschaften der Eröffnungsredner*in finden Sie im Folgenden.

 

 

 

 

 

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläums beuys 2021.
100 jahre joseph beuys statt.

 

 

Gefördert:

 

Veranstaltungen

Meet-up mit der Künstlerin - Finissage Helen Brecht. Liegenschaften: 05.09.26 - 14:00
5. September

Zum Abschluss der Ausstellung Helen Brecht. Liegenschaften lädt das Museum Morsbroich zum Meet-up mit der Künstlerin ein. Die Ausstellung präsentiert Helen Brecht, Preisträgerin des KHM-Förderpreises für FLINTA* 2026 im Bereich Kunst. Im Zentrum ihrer textbasierten Arbeiten stehen queer-feministische Fragestellungen sowie die Untersuchung von Verletzlichkeit als gesellschaftliche und individuelle Kategorie.

Termin: 5. September, 14 Uhr
Teilnahme: kostenlos; es gilt der reguläre Museumseintritt
Anmeldung: nicht erforderlich

Cihan Çakmak. like a warrior: Familienführung und offene Kunstwerkstatt. Für Eltern, Freunde & Kinder: 06.09.26 - 14:00
6. September

Gemeinsam die Ausstellung Cihan Çakmak. like a warrior entdecken: Die Familienführung und offene Kunstwerkstatt richtet sich an Eltern, Freund*innen und Kinder.

Anmeldung: nicht erforderlich
Information: Besucherservice, Tel. +49 214 406-4500, E-Mail: info@morsbroich.de

Cihan Çakmak. like a warrior: Artist Walk & Talk: 06.09.26 - 15:00
6. September

Ausstellungsrundgang mit Cihan Çakmak und Thekla Zell, Kuratorin der Ausstellung.

Teilnahme: 15 € pro Person, ermäßigt 10 €
Anmeldung: nicht erforderlich

Die Museumsflöhe – mit Kleinkindern ins Museum Morsbroich. 09.09.26 - 9:30-11:00
9. September

Mit den Museumsflöhen wird es wuselig und trubelig im Museum Morsbroich. Jeden Mittwochmorgen treffen sich Kleinkinder mit ihren Eltern im Museum. Für die Kinder ist es eine erste spielerische Begegnung mit den Skulpturen im Schlosspark und der Kunst im Museum. Für Erwachsene bietet das Format die Möglichkeit für einen entspannten Museumsbesuch mit Kindern und den Austausch mit anderen Eltern. In den Räumen der Kunstvermittlung wird gemalt, geknetet, gebaut und ausprobiert, wie Künstler*innen wohl gearbeitet haben. Im Mittelpunkt steht der Spaß mit und an der Kunst. Ältere und jüngere Geschwister sind ebenfalls herzlich willkommen.

Teilnahme: kostenlos
Anmeldung: nicht erforderlich
Gefördert durch: Präventionsketten Leverkusen, kinderstark – NRW schafft Chancen und Frauenring Leverkusen e.V.