David Semper

SENTENZEN Morsbroich, 2022-2023

 

 

Arbeitsmaterial. Foto: Jochen Müller

 

 

Efeuabrieb (vier unterschiedliche Zeitpunkte, hier erster Zeitpunkt). Courtesy the artist. Foto: Denis Bury.

David Semper, SENTENZEN Morsbroich, 2022-2023; Efeuabrieb (vier unterschiedliche Zeitpunkte, hier zweiter Zeitpunkt). Courtesy the artist. Foto: Jochen Müller.


David Semper konzipiert seine Arbeiten aus der Logik des jeweiligen Ortes - dem Ort an dem sie präsentiert werden und an dem sie zugleich entstehen. Als stille Interventionen fügen sie sich sensibel in die architektonischen Gegebenheiten ein, reagieren auf vorhandenen Raum und Materialien und finden unsere Aufmerksamkeit beinahe beiläufig als kleine Irritationen des Alltäglichen.

In SENTENZEN Morsbroich verwendet David Semper gesammelte Efeublätter aus dem Park des Museum Morsbroich. Durch linearen Abrieb an der Wand entsteht in Relation zum Körpermaß des Künstlers nach und nach ein umlaufender Fries im Raum.

Der Abrieb erfolgt nach einem vorbestimmten Rhythmus in vier Zeitetappen, die anhand der Farbigkeit nachzuvollziehen sind.

Nicht zufällig greift der Werktitel SENTENZEN Morsbroich einen Begriff aus der Rhetorik auf: Eine Sentenz fasst eine allgemein-gültige Aussage oder Handlung kurz und prägnant zusammen. So lässt sich die in vier Schritten erfolgte künstlerische Handlung hier noch anhand der Intensität des grünen Chlorophylls nachvollziehen: Je intensiver die Farbigkeit, desto jünger der Abrieb an der Wand.

Mit dem Pflanzenabrieb greift David Semper ein Verfahren auf, das üblicherweise von Steinmetzen für die Vorzeichnung von 

Profilstücken angewendet wird. Der Efeu - Symbol des ewigen Lebens und der Treue -, der als immergrüne Kletterpflanze stets den direkten Kontakt zu seiner Umgebung sucht, schafft eine Verbindung zwischen dem Außen- und dem Innenraum des Museums, die bereits in seiner historischen Konzeption als von Natur umgebenes Lustschloss angelegt ist. Mit ihrer monochromen Farbigkeit stellt die Arbeit zugleich auch eine Referenz zur Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte des Museum Morsbroich her, das mit der 1960 realisierten Ausstellung Monochrome

Malerei erstmals einen Überblick über diese neue Tendenz der Gegenwartsmalerei vorstellte. Im Gegensatz zu den dort präsentierten und teilweise vom Museum Morsbroich erworbenen Werken ist die Arbeit von David Semper auf Vergänglichkeit angelegt. Mit seinem zeitlichen Verfall entzieht sich das Werk dem musealen Konservieren und Erhalten ebenso wie der Logik des Kunstmarkts. Das Werk verschmilzt über die Dauer seiner Präsentation zunehmend mit dem Ausstellungsraum und wird eins mit Raum und Zeit.

David Semper (*1980 in Wuppertal) lebt und arbeitet in Neuss. Nach einer Ausbildung zum Steinmetz studierte er Freie Kunst und Bildhauerei an den Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Karlsruhe. Er erhielt diverse Auszeichnungen und Residenzstipendien, u.a. 2013 in Neu-Delhi (Indien), und stellte in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen aus.

https://davidsemper.com

David Semper

SENTENZEN Morsbroich, 2022-2023

 

 

Arbeitsmaterial. Foto: Jochen Müller

 

 

Efeuabrieb (vier unterschiedliche Zeitpunkte, hier erster Zeitpunkt). Courtesy the artist. Foto: Denis Bury.

David Semper, SENTENZEN Morsbroich, 2022-2023; Efeuabrieb (vier unterschiedliche Zeitpunkte, hier zweiter Zeitpunkt). Courtesy the artist. Foto: Jochen Müller.


David Semper konzipiert seine Arbeiten aus der Logik des jeweiligen Ortes - dem Ort an dem sie präsentiert werden und an dem sie zugleich entstehen. Als stille Interventionen fügen sie sich sensibel in die architektonischen Gegebenheiten ein, reagieren auf vorhandenen Raum und Materialien und finden unsere Aufmerksamkeit beinahe beiläufig als kleine Irritationen des Alltäglichen.

In SENTENZEN Morsbroich verwendet David Semper gesammelte Efeublätter aus dem Park des Museum Morsbroich. Durch linearen Abrieb an der Wand entsteht in Relation zum Körpermaß des Künstlers nach und nach ein umlaufender Fries im Raum.

Der Abrieb erfolgt nach einem vorbestimmten Rhythmus in vier Zeitetappen, die anhand der Farbigkeit nachzuvollziehen sind.

Nicht zufällig greift der Werktitel SENTENZEN Morsbroich einen Begriff aus der Rhetorik auf: Eine Sentenz fasst eine allgemein-gültige Aussage oder Handlung kurz und prägnant zusammen. So lässt sich die in vier Schritten erfolgte künstlerische Handlung hier noch anhand der Intensität des grünen Chlorophylls nachvollziehen: Je intensiver die Farbigkeit, desto jünger der Abrieb an der Wand.

Mit dem Pflanzenabrieb greift David Semper ein Verfahren auf, das üblicherweise von Steinmetzen für die Vorzeichnung von 

Profilstücken angewendet wird. Der Efeu - Symbol des ewigen Lebens und der Treue -, der als immergrüne Kletterpflanze stets den direkten Kontakt zu seiner Umgebung sucht, schafft eine Verbindung zwischen dem Außen- und dem Innenraum des Museums, die bereits in seiner historischen Konzeption als von Natur umgebenes Lustschloss angelegt ist. Mit ihrer monochromen Farbigkeit stellt die Arbeit zugleich auch eine Referenz zur Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte des Museum Morsbroich her, das mit der 1960 realisierten Ausstellung Monochrome

Malerei erstmals einen Überblick über diese neue Tendenz der Gegenwartsmalerei vorstellte. Im Gegensatz zu den dort präsentierten und teilweise vom Museum Morsbroich erworbenen Werken ist die Arbeit von David Semper auf Vergänglichkeit angelegt. Mit seinem zeitlichen Verfall entzieht sich das Werk dem musealen Konservieren und Erhalten ebenso wie der Logik des Kunstmarkts. Das Werk verschmilzt über die Dauer seiner Präsentation zunehmend mit dem Ausstellungsraum und wird eins mit Raum und Zeit.

David Semper (*1980 in Wuppertal) lebt und arbeitet in Neuss. Nach einer Ausbildung zum Steinmetz studierte er Freie Kunst und Bildhauerei an den Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Karlsruhe. Er erhielt diverse Auszeichnungen und Residenzstipendien, u.a. 2013 in Neu-Delhi (Indien), und stellte in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen aus.

https://davidsemper.com

Veranstaltungen

KUNSTGENUSS. Kunstschätze des Museums
13. Dezember, 27. Dezember, 10. Januar, 17. Januar

jeweils um 14.30 Uhr

In der Führung „Kunstschätze des Museums“ wird Sigrid Ernst-Fuchs Kunstwerke der Sammlung des Museums im Gespräch mit Ihnen erläutern.

Jeweils für eine Woche hängt ein ausgewähltes Kunstwerk aus der Sammlung im „Schauraum“ zur Diskussion.

Im Raum „Terzine“ werden drei Kunstwerke gezeigt, die in einem spannenden Verhältnis von Dialog und Kontrast stehen; das wollen wir nachvollziehen.

Vom Leverkusener Künstler Wolf Vostell wird in der „Filmkammer“ eine Reihe von Filmen, u.a. „Desastres“ (Schrecken) gezeigt. Darin setzt er sich mit der deutschen Geschichte seit 1933 und dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand (Krieg, Gewaltherrschaft sowie Geschichtsklitterung und -vergessenheit), in schonungsloser künstlerischer Form auseinander.

Im Ausstellungsraum „Grafisches Kabinett“ werden aus der Sammlung Radierungen, Lithografien und andere Grafiken von Künstler*innen gezeigt.

 

Für jeden Termin ist eine Anmeldung bis zum Freitag, 12 Uhr mit Rückrufnummer unbedingt erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 12,50 € pro Person und beinhaltet den Eintritt, die Führung und Kaffee und Kuchen.

Wenden Sie sich gern an Claudia Leyendecker unter Telefon +49 (0)214 406-4510 oder per E-Mail an claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de!

Außerhalb dieser Termine können Sie auch separat Führungen mit anschließendem Gespräch bei Kaffee und Kuchen vereinbaren. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt zweölf Personen.

Familienführung
8. Januar, 5. Februar, 5. März

Jeden 1. Sonntag im Monat um 14 Uhr schauen wir in die Ausstellung, stellen uns Fragen, wundern uns, staunen und schmunzeln gemeinsam.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bei Lucia Riemenschnitter, Leitung der Kunstvermittlung:

  • Telefon +49 214 406 – 45 18
  • E-Mail: kunstundbildung@museum-morsbroich.de
KUNSTGENUSS. 22/23: spielzeit
24. Januar, 31. Januar

jeweils um 14.30 Uhr
 

In der Führung „22/23: spielzeit“ schauen wir uns vorrangig die Räume der Künstler*innen an, die zur „Werkstatt Morsbroich 2022 – 26“ gehören. Welche Ideen haben sie schon für das Ensemble Morsbroich entwickelt?

Hat Harald F. Müller das Treppenhaus weiter in Zinnoberrot gestaltet? Oder hat er weitere Farben dazu genommen? Wie sehen die mobilen Gärten von Gabriela Oberkofler inzwischen aus? Haben die Besucher Ideen für den Schlosspark im Raum von Christoph Schäfer & Margit Czenki hinterlassen? Welche Ideen hat Tilo Schulz für den inneren Park vor und hinter dem Schloss entwickelt? Und hat Mark Dion sein Hexenhäuschen („The Witchesʼ Cottage“) schon eingerichtet?

Sigrid Ernst-Fuchs wird in der Führung die Intentionen der Künstler*innen erläutern.

Für jeden Termin ist eine Anmeldung bis zum Freitag, 12 Uhr mit Rückrufnummer unbedingt erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt 12,50 € pro Person und beinhaltet den Eintritt, die Führung und Kaffee und Kuchen.

Wenden Sie sich gern an Claudia Leyendecker unter Telefon +49 (0)214 406-4510 oder per E-Mail an claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de!

Außerhalb dieser Termine können Sie auch separat Führungen mit anschließendem Gespräch bei Kaffee und Kuchen vereinbaren. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt zweölf Personen.

Öffentliche Führungen
11. Dezember, 18. Dezember, 1. Januar, 8. Januar, 15. Januar, 22. Januar

Führung am Sonntag

Sie sind herzlich zu unseren Führungen am Sonntag um 15 Uhr eingeladen.

Die Führung kostet € 12 pro Person, ermäßigt € 8, und beinhaltet sowohl den Eintritt in die Ausstellung wie die Führung.

Wir empfehlen Ihnen eine Anmeldung per Telefon unter 0214 406 – 45 10 oder per E-Mail an claudia.leyendecker@museum-morsbroich.de.