Hans Op de Beeck
Silent Castle

Aline (Hintergund: Pond 400)
Hans Op de Beeck
Aline (Hintergund: Pond 400)
2016 (2016)
gefärbter Gips, beschichtetes Polyester, Holz
93 x 175 x 50 cm
© Hans Op de Beeck

The Thread
Hans Op de Beeck
The Thread
2015
Video, Farbe, Sound, Full HD (Still)
15:30 Min.
Sammlung Goetz, M√ľnchen; ¬© Hans Op de Beeck
Silent Piano
Hans Op de Beeck
Silent Piano
2015
Mixed Media, synthetischer Gips, Holz
155 x 146 x 200 cm
© Hans Op de Beeck
12. Februar 2017 - 30. April 2017

Der belgische K√ľnstler Hans Op de Beeck (geboren 1969 in Turnhout, lebt in Br√ľssel) arbeitet in fast allen k√ľnstlerischen Medien. Ob in seinen Skulpturen und Raum greifenden Installationen, in seinen Gem√§lden, den gro√üformatigen Aquarellen und Zeichnungen oder in Animationen und Videos: Souver√§n bedient er sich der Inszenie-rungsstrategien von Theater, Film und Architektur und schafft atmosph√§risch dichte, traumartige Szenarien, die stets vertraut und doch fremd wirken.

Im Dialog mit den Räumen von Museum Morsbroich inszeniert
Hans Op de Beeck eine Auswahl seiner Werke der letzten zehn Jahre wie eine Reihe von offenen B√ľhnen, die der Besucher betreten kann ‚Äď teils mit seinen F√ľ√üen, immer mit seinen Gedanken. Der K√ľnstler entf√ľhrt ihn in eine Welt, in der sich Realit√§t und Fiktion √ľberlagern, in der die Zeit still zu stehen scheint: suggestive Szenarien, die an Film Stills erinnern. In Gips geformte Figuren scheinen vom Sockel gestiegen, sie begegnen uns wie selbstver-st√§ndlich in den ehemaligen Wohnr√§umen und scheinen zugleich eingefroren in Momenten der Stille. Schweigsam begleiten sie uns durch die Schlossr√§ume, wo eigens verlegte Teppichb√∂den die Schritte abfedern, wo eine auf Grau, Schwarz und Wei√ü reduzierte Farbigkeit eine Atmosph√§re der Konzentration erzeugt.

Op de Beeck schafft Orte der Introspektion, er √∂ffnet Assoziationsfelder, in die der Betrachter mit seinen eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Interpretationen eintreten kann. Souver√§n setzt er B√ľhnentricks und Lichteffekte ein, gekonnt erzeugt er Spannung. Das Klavier ist stumm (Silent Piano, 2015), die Reitautomaten vor dem Supermarkt ruhen (Entrance, 2005/06), Seerosen √ľberspielen den Blick in die Tiefe des unheimlich schwarzen Teichwassers (Pond, 2016). Der Betrachter sp√ľrt, dass jeden Moment jemand auftauchen, etwas passieren k√∂nnte. Doch wenn sich etwas abspielt, dann vor allem in seinem Kopf.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem K√ľnstler, der ein spezifisches Pr√§sentationskonzept f√ľr die R√§ume von Schloss Morsbroich entwickelt, und in Kooperation mit der renommierten Sammlung Goetz, M√ľnchen, die neben dem Studio Hans Op de Beeck Hauptleihgeber ist.

Ein Katalogbuch zur Ausstellung erscheint zweisprachig deutsch-englisch, mit einem Text von Hans Op de Beeck und einem wissenschaftlichen Essay von Fritz Emslander.

Die Eröffnung findet am Sonntag, den 12. Februar 2017, um 12 Uhr im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt.

Abbildung Homepage:
Hans Op de Beeck, The Lounge, 2015
Skulpturale Installation: Holz, Glas, synthetischer Gips, Pigment, Epoxidharz, 382 x 280 x 182 cm
© Hans Op de Beeck