Paco Knöller
Zeichnungen und Holzschnitte 1989‚Äď2018

Fremdkörper
Paco Knöller
Fremdkörper
1994 / Z645
Bleistift und Kugelschreiber auf Papier
21 x 29,7 cm
Courtesy der K√ľnstler und Galerie Thomas Schulte, Berlin; ¬© Paco Kn√∂ller
Aufwachraum
Paco Knöller
Aufwachraum
2015 / Z707
Bleistift und Farbstift auf Papier
29,7 √ó 35 cm
Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett; © Paco Knöller

Yuan 1b
Paco Knöller
Yuan 1b
2004
Farbholzschnitt und Offsetfarbe auf Papier
230 x 100 cm
Courtesy der K√ľnstler und Galerie Thomas Schulte, Berlin; ¬© Paco Kn√∂ller

26. Mai 2019 - 01. September 2019

Die Zeichnung hat sich bei Paco Kn√∂ller Sommer 1989 mit aller Dringlichkeit ‚Äěgemeldet‚Äú. Seither ist das Zeichnen f√ľr ihn zu einem Kontinuum geworden. So hat der in Berlin lebende K√ľnstler neben seinen mehrschichtigen Farbholzschnitten ‚Äď einige pr√§chtige Exemplare befinden sich in der Sammlung von Museum Morsbroich ‚Äď und seinen gro√üformatigen √Ėlkreidearbeiten ein umfangreiches zeichnerisches Ňíuvre geschaffen. Der hier pr√§sentierte √úberblick erm√∂glicht es, dieses zeichnerische Werk zu durchmessen.

Schon w√§hrend seines Studiums an der Kunstakademie D√ľsseldorf bei Joseph Beuys erkannte Paco Kn√∂ller (geb. 1950 in Obermachtal) das Potential der Zeichnung als ein ‚ÄěUr-Instrument, die Welt zu erfragen und zugleich die eigene Welt zur Anschauung zu bringen‚Äú. Nach und nach hat er hierf√ľr seine eigenen Bildchiffren erfunden, Notate an der Grenze zwischen Gegenst√§ndlichkeit und Abstraktion. Die Linien sind hier weder reine Gesten noch Mittel zur Illustration einer Geschichte. Vielmehr sind sie ein Weg Sinneseindr√ľcke und (Natur)Erfahrungen zu reflektieren. Kn√∂ller nutzt die Zeichnung, um seine Realit√§tspartikel, die sich als Erinnerungen abgelagert haben, wieder ans Licht zu holen, um Denkbewegungen zu erfassen und neu zu wecken.

Kn√∂llers Zeichnungsfolgen, die so poetische Titel wie ‚ÄěRumoren‚Äú, ‚ÄěWenn Zellkerne zu wandernden Planeten werden‚Äú oder ‚ÄěLichtsaat‚Äú tragen, sind eng und vielfach miteinander verkn√ľpft. Sie f√ľgen sich zu einem zeichnerisch entwickelten Gedankengeb√§ude zusammen. In ihm ist die Figur ‚Äď meist in knappen Umrisslinien als Kopf, Hand, Arm rudiment√§r angedeutet ‚Äď ein Ort, an den wir uns jeweils begeben k√∂nnen. Sie verweist auf die Erlebnissph√§re dessen, der da zeichnet, oder dessen, der die Zeichnung betrachtet und sich darin spiegeln kann.

Um in der Zeichnung einen Denkraum zu √∂ffnen, ben√∂tigt es einen spezifischen Zustand der Wachheit und Beweglichkeit in der Wahrnehmung. Kn√∂llers Arbeit an dem Zeichnungszyklus Aufwachraum (seit 2014) ist in diesem Sinne zu verstehen. Sie beginnt damit, der Tr√§gheit und Beschr√§nktheit des eigenen Blicks gewahr zu werden, um die Schlafmaske der Konvention und Selbstzensur ablegen zu k√∂nnen. So wird man empf√§nglich f√ľr das, was man vorher nicht sehen konnte, vielleicht auch f√ľr das, was sich dem blo√üen Augenschein entzieht, wenn man Kn√∂llers subtilen zeichnerischen Expeditionen folgt.

Kurator der in enger Zusammenarbeit mit dem K√ľnstler entstandenen Ausstellung ist Fritz Emslander.

Die Er√∂ffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 26. Mai 2019, 12 Uhr, zusammen mit der Er√∂ffnung ‚ÄěAlles Farbe!‚Äú im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch

http://www.museum-morsbroich.de/fileadmin/user_upload/_temp_/National-Bank_Logo_4c_NEU.jpg

 

Abb. Homepage:
Paco Knöller, Der See, 2004 / Z615, Bleistift und Farbstift auf Papier, 25,5 x 36 cm
NATIONAL-BANK Sammlung; © Paco Knöller


Zeitgleich in der Grafiketage / Sammlungsräume:

Auf Dauer
Präsentation von Leihgaben der Stiftung Kunst im Landesbesitz

26. Mai ‚Äď 1. September 2019

Dem Museum Morsbroich wurden 2017 aus der Stiftung Kunst im Landesbesitz, Nordrhein-Westfalen (ehem. Sammlung WestLB) zw√∂lf hochkar√§tige Kunstwerke als Dauerleihgaben √ľbertragen. Parallel zur Ausstellung ‚ÄěAlles Farbe!‚Äú werden Arbeiten auf Papier von Robert Motherwell und Thomas Sch√ľtte, eine Serie von Aquarellen von Franz Erhard Walther sowie ein Einschussbild von G√©rard Deschamps zusammen mit Werken der Grafischen Sammlung von Museum Morsbroich gezeigt.