Blinky Palermo. Das grafische Werk

29. Juni 2014 - 11. Januar 2015

Seine famili√§re Herkunft schien lange Zeit ebenso unklar wie die Umst√§nde seines fr√ľhen Todes: Peter Heisterkamp alias Blinky Palermo starb 1977 mit 33 Jahren.  Heute z√§hlt Palermo zu den herausragenden, oftmals mythisch verkl√§rten K√ľnstlerpers√∂nlichkeiten der 1960er und 70er Jahre. Sein exzessiver Lebensstil war so schillernd wie sein an der D√ľsseldorfer Akademie in Anlehnung an einen US-Mafioso gepr√§gtes Pseudonym ‚ÄěPalermo‚Äú. Seine Kunst kommt mit minimalen Mitteln aus und ist doch voller Dynamik und Sinnlichkeit.

 

Palermo befragte konsequent die M√∂glichkeiten der Malerei, das Verh√§ltnis von Farbe und Bildtr√§ger, von Bild und umgebenden Raum. Er bezog sich nicht wie seine K√ľnstlerfreunde Polke oder Richter auf die Welt der massenmedialen Bilder, sondern vielmehr auf die Urspr√ľnge der Abstraktion. Die radikale Gegenstandslosigkeit der Avantgarden, geometrische Kompositionen von Malewitsch oder Mondrian, sowie die Auseinandersetzung mit amerikanischer Farbfeldmalerei und Minimal Art bildeten die Ausgangspunkte f√ľr seine Entwicklung einer ganz eigenst√§ndigen Position.

 

1970 begann Palermo, seine ebenso einfache wie energische Bildsprache in das ‚Äědemokratische‚Äú Medium der Druckgrafik zu √ľbersetzen. Mit den Mitteln des Siebdrucks √ľberf√ľhrte er seine prototypischen Farb-Formen in eine andere Materialit√§t. In Grafiken wie dem Blauen Dreieck gelingt es Palermo, die Farbe aus ihrer materiellen Abh√§ngigkeit zu l√∂sen, sie als autonome Kraft einzusetzen und dabei auch spirituelle Komponenten anklingen zu lassen. Als Wandmalerei hatte Palermo ein Blaues Dreieck 1975 anl√§sslich seiner Einzelausstellung in Leverkusen angebracht.

 

In dieser Ausstellung pr√§sentierte das Museum erstmals wieder einen gro√üen √úberblick √ľber Palermos Druckgrafik aus eigenen Sammlungsbest√§nden, erg√§nzt durch Foto- und Filmdokumente sowie einige herausragende Leihgaben.

 

Kurator der Ausstellung war Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung.

Zur Ausstellung erschien ein Begleitheft mit einer Einf√ľhrung sowie Bild- und Textdokumenten.

 

 

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