Jäger & Sammler
in der zeitgenössischen Kunst

Hunt and Gather
William Lamson
Hunt and Gather
2008
Zweikanal HD Video, Farbe, Sound, Still, 15 Min.
Courtesy Galerie Anita Beckers, Frankfurt am Main
© William Lamson
Laddy and the Lady
Henry Coombes
Laddy and the Lady
2006
Video, Farbe, Sound, Still, 11 Min.
Courtesy der K√ľnstler und Galerie Jette Rudolph
© Henry Coombes
im Morsbroicher Jagdzimmer
Friedrich Daniel von Diergardt
im Morsbroicher Jagdzimmer
um 1895
s/w-Abzug des Fotografen ‚ÄěRichter, Elberfeld‚Äú,
16,8 x 24 cm
Stadtarchiv Leverkusen
21. September 2014 - 11. Januar 2015

Mit Werken von David Chancellor, Henry Coombes, Sinje Dillenkofer, Mark Dion, Daniel & Geo Fuchs, Christian Gonzenbach, Roderick Hietbrink, Carsten Höller, Christian Jankowski, William Lamson, Claus Kienle, Isa Melsheimer, Guy Oberson, Simona Pries, Glen Rubsamen, Erik Schmidt, Andreas Slominski, TINKEBELL und Francis Zeischegg.

L√§ngst ist die Zeit vorbei, da wir die Flora und Fauna der alten Welt als J√§ger und Sammler auf der Suche nach Essbarem durchstreiften. Doch ist dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte wirklich abgeschlossen? Sind Jagdtrieb und Sammelleidenschaft nicht immer noch Motoren menschlichen Handelns? Wie viel ¬ĽJ√§ger und Sammler¬ę steckt also noch in uns, fragen Gegenwartsk√ľnstler wie Christian Jankowski, der in seiner Video-Performance Die Jagd seine Beute mit Pfeil und Bogen im Supermarkt erlegt.

Jagen und Sammeln greifen als zwei elementare Kulturtechniken, als zwei Wege der Auseinandersetzung mit und der Aneignung von Natur immer noch eng ineinander. Im Horten der erlegten Tiere als Troph√§en wird der J√§ger zum Sammler, auf der Suche nach seltenen St√ľcken der Sammler zum J√§ger. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven vermittelten die an der Ausstellung beteiligten K√ľnstlerinnen und K√ľnstler ungew√∂hnliche und anr√ľhrende, scharfsichtige und durchaus kritische Bilder vom Jagen und Sammeln.

Bereits vor dem Museumseingang traf der Besucher im Schlosspark auf ein √ľppig eingerichtetes Jagdversteck (The Glutton / Der Schlemmer) des amerikanischen K√ľnstlers Mark Dion. Zugleich wurde er vom erh√∂hten Posten eines J√§gersitzes ins Visier genommen, den Francis Zeischegg eigens f√ľr die Ausstellung konstruiert hatte. Man bestieg den Hochsitz (Blind) und blickte durch schachtartige Fenster√∂ffnungen, die Zitate von Beobachtungsbunkern ehemaliger DDR-Grenzanlagen sind‚Ķ

Der m√§chtige Hirschgeweih-L√ľster im Jagdzimmer von Schloss Morsbroich, das den historischen Bezugspunkt dieser Ausstellung bildet, konnte eigens f√ľr die Ausstellung rekonstruiert werden. Im holzget√§felten Ambiente des Herrensalons f√ľhrt dieser Geweihleuchter nun dauerhaft die Geschichte dieses Schlosses vor Augen, in der sich die Jagd und das Sammeln von Kunst verbinden.

Kurator der Ausstellung war Fritz Emslander.

Die Ausstellung wird im Rahmen einer Kooperation mit den Galerien der Stadt Esslingen am Neckar vom 14. März bis zum 17. Mai 2015 in der Villa Merkel, Esslingen, gezeigt.

Ermöglicht durch

 

 

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