Zilla Leutenegger: 13 R├Ąume
Eine Biografie in Kleidern

9/11 Jeans
Zilla Leutenegger
9/11 Jeans
2013
Installation
Courtesy die K├╝nstlerin und Galerie Peter Kilchmann, Z├╝rich
Foto: Thomas Strub
Lessons I Learned from Rocky I to Rocky III
Zilla Leutenegger
Lessons I Learned from Rocky I to Rocky III
2003
Videostill
Courtesy die K├╝nstlerin und Galerie Peter Kilchmann, Z├╝rich

Zilla Nina Ballerina
Zilla Leutenegger
Zilla Nina Ballerina
1997
Videoinstallation, Farbe, Ton, 8 min
Ausstellungsansicht Museum Morsbroich, Leverkusen 2013
Courtesy die K├╝nstlerin und Galerie Peter Kilchmann, Z├╝rich
Foto: Alistair Overbruck, K├Âln
12. Oktober 2013 - 12. Januar 2014

In 13 R├Ąumen erschloss Zilla Leutenegger (geboren 1968 in Z├╝rich) dem Besucher Schritt f├╝r Schritt eine Biografie, die eine Kunstfigur vorstellte: Zilla, das Alter Ego der K├╝nstlerin. Zilla ist in ihren Haltungen und Handlungen so offen angelegt, dass man sich in sie, in ihre Wohnung und ihre Kleider, ja in ihre Erinnerungen hineinversetzen kann. In atmosph├Ąrisch dichten Szenen lud diese Biografie in Kleidern bewusst zur Identifikation ein. Die K├╝nstlerin erprobt unterschiedliche in ihren Werken Rollenmuster und Identit├Ąten und ruft dabei kollektive Bilder und Erinnerungen auf ÔÇô am deutlichsten wohl mit der zum Mahnmal in Beton gewordenen Jeans, die sie an jenem Tag trug, an dem sie in New York war und sah und h├Ârte, wie die Flugzeuge in die Zwillingst├╝rme flogen (9/11 Jeans, 2013).

 

Zilla blickte zur├╝ck, wobei ihre Kleider eine entscheidende Rolle spielten. Etwa das Matrosen-Shirt auf einer alten Fotografie von ihr als dreij├Ąhriges M├Ądchen. Aus dem Streifenmuster l├Âste sich ein Faden und verselbst├Ąndigte sich zu einer gezeichneten Linie, die den Zeit-Raum ihres Lebens ├╝berspannt (Gro├č und stark, 2013). Die Erinnerung verf├Ąngt sich in einem Nachthemd, einem Tutu, einer Abendrobe (Akris, 2013), einem geliehenen Pullover.

 

In Leuteneggers Arbeiten verselbst├Ąndigt sich der Charakter dieser Kleidungsst├╝cke: Sie werden zu Souvenirs aus einem Leben, das wir durchschreiten und erinnern k├Ânnen, als w├Ąre es das unsere. Zilla Leutenegger verbindet spielend leicht Zeichnungen auf Papier und W├Ąnden sowie animierte und dann projizierte Zeichnungen mit Objekten zu raumgreifenden Werken. Solche Installationen brachte die Schweizer K├╝nstlerin Raum f├╝r Raum in die Grafiketage von Museum Morsbroich.

 

Kurator der Ausstellung war Fritz Emslander.

 

Das K├╝nstlerbuch Zilla Leutenegger. Fairlady Z. erschien begleitend zu den Ausstellungen in Leverkusen und im Museum Franz Gertsch in Burgdorf (8. M├Ąrz ÔÇô 30. August 2014) im Verlag f├╝r Moderne Kunst, N├╝rnberg; mit einem Text von Michele Robecchi und zwei Booklets, je mit einem Essay von Fritz Emslander und Anna Wesle, die auf die beiden Ausstellungen Bezug nehmen (ca. 120 Seiten, zahlreiche Farbabb.; ÔéČ 22,- im Museum, ÔéČ 32,- im Buchhandel).

 

Gef├Ârdert durch

 

 

 

Abbildung Homepage:

Zilla Leutenegger

Akris, 2013

Installation mit einem roten Akris-Kleid

Ma├če variabel, Detail

Courtesy die K├╝nstlerin und Galerie Peter Kilchmann, Z├╝rich

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