PROJECTS: DONE
Eine Ausstellung von Candida Höfer mit Kuehn Malvezzi

PROJECTS: DONE Ausstellungsansicht (links: POSSESSIONS, Bildschirmpräsentation mit Computer, Bilddateien, Stuhl und Tisch, ein C-Print; rechts: ZOOLOGISCHE GÄRTEN, C-Pr
CANDIDA HĂ–FER
PROJECTS: DONE Ausstellungsansicht (links: POSSESSIONS, Bildschirmpräsentation mit Computer, Bilddateien, Stuhl und Tisch, ein C-Print; rechts: ZOOLOGISCHE GÄRTEN, C-Pr
Copyright: Ralph MĂĽller, DĂĽsseldorf
PROJECTS: DONE Ausstellungsansicht (80 PICTURES, Doppel-Diaprojektion, 80 Bilddias in Farbe und 80 Textdias)
Candida Höfer
PROJECTS: DONE Ausstellungsansicht (80 PICTURES, Doppel-Diaprojektion, 80 Bilddias in Farbe und 80 Textdias)
Copyright: Ralph MĂĽller, DĂĽsseldorf
PROJECTS: DONE Ausstellungsansicht (RĂ„UME, C-Prints)
CANDIDA HĂ–FER
PROJECTS: DONE Ausstellungsansicht (RĂ„UME, C-Prints)
Copyright: Ralph MĂĽller, DĂĽsseldorf
16. Mai 2009 - 02. August 2009

„Projektemacher sind Reisende, die sich vom Gewohnten entfernen, um eine Differenz zu schaffen“, schreibt der Wissenschaftsforscher Michael Hagner in seinem Essay für den Katalog der Ausstellung Projects: Done. „Beim Projekt liegt das Neue, das Überraschende im Entwurf und in der Ausführung der Pläne.“ Mit diesem Ansatz haben die Fotografin Candida Höfer, die Architekten Kuehn Malvezzi und die Kuratoren von Projects: Done das Wechselspiel zwischen Fotografie, Architektur und Präsentation in den Mittelpunkt ihres Projektes gestellt.

Den Ausgangspunkt bildeten 14 Projekte von Candida Höfer, die die Fotografin in den Jahren 1968 bis 2008 erarbeitet hat. Darunter befanden sich berühmte Werkgruppen wie Zwölf. Die Bürger von Calais, Zoologische Gärten oder Räume, aber auch neue Projekte wie On Kawara oder die bislang völlig unbekannte Gruppe Flipper aus dem Jahr 1973. In Projects: Done wurden sie erstmals zu einer umfassenden Werkschau der Fotografin verdichtet.

Für jede Werkgruppe wurde eine eigene, der Logik des fotografischen Projektes folgende Präsentationsform entwickelt. Für die 100 Vintage Prints zu Flipper, die ursprünglich als Beitrag zu einer Buchpublikation unterschiedlicher Autoren gedacht waren, haben Kuehn Malvezzi einen großen Schaukasten entworfen, in dem Candida Höfer die Fotografien als ausladende Collage präsentiert. 80 Pictures wurden als Dia-Doppel-Projektion, Türken in Deutschland als einfache Dia-Projektion vorgeführt. Die Fotografien von der Niederländischen Botschaft Berlin von Rem Kolhaas bedeckten rundherum vom Boden bis zur Decke einen Raum des Schlosses und blickten den Betrachter wie das Facettenauge eines Insektes an. Und die Werke, die die Fotografin in den vergangenen Jahren der Candida Höfer-Stiftung übertragen hat, waren im Rahmen der Installation Possessions als Bildschirmpräsentation für jeden Besucher in der Ausstellung vom Computer abrufbar.

Immer wieder setzten die Fotografin und die Architekten dabei die barocke Architektur des Schlosses Morsbroich als Dialogpartner der Werke ein. Candida Höfer hat viele Abzüge im Format millimetergenau auf die Ausstellungsräume abgestimmt und eigens produziert. Ein kunstvolles Wechselspiel gingen auch die kürzlich entstandenen großformatigen Aufnahmen Höfers vom Spiegelsaal des Schlosses mit den Sichtachsen der Raumfluchten im Museum ein. So entstand ein fesselnder Parcours, der die einzelnen, zum Teil erstmals präsentierten Werkgruppen von Candida Höfer als raumgreifende Installationen zeigt. Die Ausstellung thematisierte auf diese Weise nicht nur das Werk einer der herausragenden aktuellen Positionen der internationalen Fotografie, sondern eröffnete darüber hinaus auch eine spannende Perspektive auf das Spektrum an Möglichkeiten der zeitgenössischen Präsentation dieses Mediums.

Candida Höfer studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, zunächst Film bei Ole John, dann Fotografie bei Bernd Becher. Ihre Arbeiten wurden in Museen wie der Kunsthalle Basel, der Kunsthalle Bern, dem Portikus in Frankfurt am Main und der Hamburger Kunsthalle gezeigt. Sie war an Gruppenausstellungen im Museum of Modern Art New York, in der Power Plant Toronto, im Kunsthaus Bregenz und im Museum Ludwig Köln beteiligt. Im Jahr 2002 nahm sie an der Documenta 11 teil. Im Jahr 2003 vertrat sie (zusammen mit dem verstorbenen Martin Kippenberger) Deutschland auf der Biennale in Venedig. Die Künstlerin lebt in Köln.

Kuehn Malvezzi wurde 2001 von den Architekten Simona Malvezzi, Wilfried und Johannes Kuehn in Berlin gegründet. Neben Bauten für öffentliche und private Auftraggeber haben die Architekten zahlreiche Ausstellungsarchitekturen realisiert. Sie entwarfen die Räume der Documenta 11 in Kassel (2002), den Erweiterungsbau des Museums für Gegenwart im Hamburger Bahnhof für die Friedrich Christian Flick Collection (2004) und die Julia Stoschek Collection in Düsseldorf (2007). Neben dem Umbau des barocken Unteren Belvedere in Wien zu einem Ausstellungsort für moderne Kunst realisieren sie die Erweiterung des Museum Berggruen in Berlin sowie den Neuauftritt verschiedener historischer Sammlungen, darunter das Liebieghaus Frankfurt, das Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und das Kunstgewerbemuseum Berlin. Ihre Arbeit wurde international in Einzel- und Gruppen-ausstellungen gezeigt, darunter im Deutschen Pavillon der 10. Architektur-Biennale in Venedig 2006.

Projects: Done wurde kuratiert von Markus Heinzelmann und Doreen Mende.

Zur Ausstellung ist eine Publikation in deutscher und englischer Sprache erschienen: Verlag der Buchhandlung Walther König, 240 S., mit Beiträgen von Estelle Blaschke, Michael Hagner, Markus Heinzelmann, Doreen Mende, Michael Oppitz, Birgit Pelzer, Julia Voss, Thomas Weski und einem Gespräch von Wilfried Kuehn mit Chris Dercon sowie einem Gespräch von Herbert Burkert mit Candida Höfer. Das Buch kostet 38 € im Buchhandel und 30 € an der Museumskasse. Parallel zur Ausstellung ist im gleichen Verlag auĂźerdem das Buch Candida Höfer Kuehn Malvezzi erschienen. 

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