Neues Rheinland.
Die postironische Generation

Crumble
Christoph Schellberg
Crumble
2010
Keramik glasiert
20 x 26 x 24,5 cm
Courtesy Linn L√ľhn
© 2010 VG Bild-Kunst
28. November 2010 - 13. Februar 2011

Mit Arbeiten von

Jan Albers, Alexandra Bircken, Eli Corti√Īas, Katja Davar, Bj√∂rn Dressler, Luka Fineisen, Manuel Graf, Gesine Grundmann, Tobias Hantmann, Diango Hern√°ndez, Markus Karstie√ü, Konsortium ‚Äď Lars Breuer, Sebastian Freytag, Guido M√ľnch ‚Äď, Andreas Korte, Matthias Lahme, Vera Lossau, Rosilene Luduvico, Ulrike M√∂schel, Elke Nebel, Martin Pfeifle, Michail Pirgelis, Anne P√∂hlmann, Cornelius Quabeck, Martina Sauter, Jan Scharrelmann, Christoph Schellberg, Gregor Schneider, Felix Schramm, Monika Stricker, Gert und Uwe Tobias, Paloma Varga Weisz 

Die Ausstellung Neues Rheinland. Die postironische Generation zeigte zum ersten Mal eine umfassende Museumspr√§sentation von K√ľnstlerinnen und K√ľnstlern, die √ľberwiegend in den 1970er Jahren geboren wurden und heute im Rheinland leben und arbeiten. 

Mit insgesamt 30 Positionen entwarf sie das Panorama einer Generation, die nach den bereits historischen Str√∂mungen des Rheinlandes ‚Äď von der ZERO-Kunst bis zu den nachmodernen Protagonisten der 1980er Jahre ‚Äď erneut von einem gemeinsamen Interesse an spezifischen Themen geleitet ist: Aus der Ablehnung einer distanzierten, ironischen Haltung, wie sie seit den 1980er Jahren sowohl den gesellschaftlichen als auch den kunstimmanenten Diskurs gepr√§gt hat, hat sich eine neue Hinwendung zu Ernsthaftigkeit, Engagement und Humor entwickelt.

 

W√§hrend die Generation ihrer ‚ÄěLehrer‚Äú mit einer Welt konfrontiert war, deren alte, polare Machtsysteme sich in Aufl√∂sung befanden, wachsen die in den 1970er Jahren Geborenen in einer Welt heran, in der die Globalisierung und ein ungebremster Kapitalismus den Status quo bilden. Hatten die K√ľnstler der achtziger Jahre noch mit der mehrfachen Brechung und Spiegelung der Ironie auf den fundamentalen Wandel ihres gesellschaftlichen Systems reagiert, so scheint die schneidende Waffe der ‚Äöambiguen‚Äô Rede f√ľr eine neue Generation von K√ľnstlerinnen und K√ľnstlern am Beginn des 21. Jahrhunderts stumpf geworden zu sein. 

Gewandelte thematische Ans√§tze wie die Orientierung am Menschen, an seiner K√∂rperlichkeit sowie an seinen Utopien bestimmen die k√ľnstlerischen Fragestellungen unserer Tage. In diesem Zusammenhang erproben die Postironiker traditionelle Methoden auf eine neue Weise: Sie konzentrieren sich auf randst√§ndige Medien wie Keramiken, Holzdrucke oder Scherenschnitte und suchen eine unverstellte, bisweilen betont handwerkliche Auseinandersetzung mit dem Material, seinen Eigenschaften und Qualit√§ten sowie seinen metaphorischen Dimensionen.  

Postironisch, in einem durch Ernsthaftigkeit gepr√§gten k√ľnstlerischen Prozess n√§hern sich die K√ľnstlerinnen und K√ľnstler Themenstellungen, die sich durchaus an ausgew√§hlten Positionen der Moderne orientieren k√∂nnen. In zahlreichen pr√§sentierten Medien ‚Äď von Malereien, Fotografien, Collagen √ľber Installationen, Skulpturen und Rauminterventionen bis hin zu Video- und Animationsfilmen ‚Äď folgte die Ausstellung den mannigfaltigen Strategien postironischen Denkens. Obwohl die Werke auf Ironie verzichten, bleiben sie dennoch nicht ohne Humor: Genau an diesem Punkt, an der Trennlinie zwischen Ironie und Humor, entfaltet die Pr√§sentation ihre These von einer neuen k√ľnstlerischen Generation im Rheinland, das als bedeutender Ausbildungsstandort und weltweit dichteste Region kultureller Institutionen weiterhin einen herausragenden Status als Indikator f√ľr internationale Entwicklungen besitzt. 

Zur Ausstellung erschien eine Publikation im Distanz Verlag in deutscher und englischer Sprache mit wissenschaftlichen Essays von J√∂rg Heiser, Stefanie Kreuzer und Noemi Smolik, einem Vorwort von Markus Heinzelmann sowie 30 Kurztexten zu den einzelnen k√ľnstlerischen Positionen von Autoren aus dem Rheinland (260 S., ca. 130 Farbabb.; 29,00 ‚ā¨ an der Museumskasse, 39,90 ‚ā¨ im Buchhandel). 

Ermöglicht durch die Kunststiftung NRW und die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.

 

Mit freundlicher Unterst√ľtzung von LVR - Landschaftsverband Rheinland und EVL - Energieversorgung Leverkusen.