Das Theater ist auf der StraĂźe
Die Happenings von Wolf Vostell

Ausstellungsansicht des Archivraums
Wolf Vostell
Ausstellungsansicht des Archivraums
Museum Morsbroich, 2010
Foto: Ludwig Cremer

Umgraben
Wolf Vostell
Umgraben
5.5.1974
Happening
Worpswede
In Zusammenarbeit mit Radio Bremen
Realisiert anlässlich des Festivals Pro Musica Nova
Fotografie, s/w
Junta de Extremadura. Consorcio Museo Vostell Malpartida
Ausstellungsansicht Museum Morsbroich, 2010
Foto: Ludwig Cremer

Salat
Wolf Vostell
Salat
7. November 1970–6. November 1971
Dé-coll/age-Happening in einem Zug zwischen Köln und Aachen
In Zusammenarbeit mit dem Kölnischen Kunstverein
Ausstellungsansicht Museum Morsbroich, 2010
Foto: Ludwig Cremer

06. Juni 2010 - 15. August 2010

Eine Kooperation des Museum Morsbroich, Leverkusen und des Consorcio Museo Vostell Malpartida im Rahmen der Projektreihe Europäische Partnerschaften der Kunststiftung NRW und des Goethe-Instituts.

Wolf Vostell (Leverkusen 1932–1998 Berlin) realisierte zwischen 1954 und 1988 über 50 Happenings, die die Zuschauer zu Beteiligten machten. Mit seinem für die europäische Aktionskunst bahnbrechenden Schritt aus dem Atelier auf die Straße bezog Vostell seine Mitmenschen in den künstlerischen Prozess mit ein. Die Überblicksschau präsentierte Vostells Happenings als multimediale Collagen von bildkünstlerischen und theatralischen Ausdrucksformen.

Happenings waren fĂĽr Wolf Vostell Instrumente der Bewusstmachung von Zeitphänomenen. Die Wirklichkeit sollte zum integralen Bestandteil der Kunst werden. So setzte Vostell dem objet trouvĂ©e der Dadaisten sein Konzept des vie trouvĂ©e entgegen. Nicht nur den Kunstbegriff mit seinen starren und tradierten Formen, sondern vor allem auch das Leben mĂĽsse man erweitern: „Duchamp hat das Objekt zur Kunst erklärt, ich habe das Leben selbst zur Kunst erklärt.“  

In den StraĂźen von Paris realisierte Vostell mit Das Theater ist auf der StraĂźe 1958 das erste europäische Happening, 1961 mit Cityrama (1) in Köln das erste Happening auf deutschem Boden. Als teils inszenierte, teils improvisierte Geschehnisse vermischten die ĂĽber drei Jahrzehnte im Rheinland und in New York, in Berlin, Amsterdam oder Barcelona realisierten Happenings Elemente der Realität mit Elementen der Farce, wobei das Gelingen immer davon abhing, ob das Publikum mitspielte.  

In der Teilnahme an den Happenings konzentrierte und potenzierte sich die erfahrbare Wirklichkeit, und zugleich war Vostells Sozial-, Kultur- und Medienkritik deutlich zu vernehmen. Dabei blieben die Ereignisse immer ambivalent, zwischen Zufälligkeit und Steuerung, Spiel und Ernst, Leben und Tod. In ihrer Offenheit gaben Vostells Happenings Anlass und AnstoĂź zur Steigerung der eigenen Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Erkenntnisfähigkeit: „sehen hören und erleben sie alles mit happeningbewuĂźtsein“! 

Die Ausstellung wurde kuratiert von Fritz Emslander (Museum Morsbroich) und JosĂ© Antonio AgĂşndez Garcia (Consorcio Museo Vostell Malpartida). 

Es ist ein Katalog im Kerber Verlag erschienen (344 S. mit ca. 800 Abbildungen; € 30,-im Museum, € 39,80 im Buchhandel) in deutscher und spanischer Sprache mit vier einleitenden Essays, einem Interview mit Mercedes Vostell und einem Anhang mit Bild- und Textdokumenten zu sämtlichen Happenings  

In Kooperation mit


 

 

Ermöglicht durch die Kunststiftung NRW und das Goethe-Institut.

 

Ab Oktober 2010 bis Februar 2011 wir die Ausstellung in veränderter Form im Museo Vostell Malpartida zu sehen sein.

Weitere Informationen:

Museo Vostell Malpartida: http://www.museovostell.org/